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    <title>MEIN BLOCK</title>
    <link>https://www.veronika-ahnert.de</link>
    <description>Hier erwartet Sie/Euch mein humoristischer manchmal aber auch nachdenklicher oder satirischer Blick auf die Welt.</description>
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    <item>
      <title>Stadt mit C (After the party)</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/stadt-mit-c-after-the-party</link>
      <description>Ist Chemnitz - die Stadt mit C - nun eher True Crime oder Avantgarde oder doch nur was für (Stadt-Land-)Vollpfosten? Was bleibt von der großen Party übrig?

Geht gern mit mir der Sache nach und vergesst dabei  nicht, das ein oder andere Auge zuzudrücken!</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/Stadt+mit+C_verkl.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
              
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Stadt mit C (After the party)
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         von Veronika Ahnert
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Chemnitz – ist das noch eine Stadt oder schon True Crime, mochte kürzlich noch manch Skeptiker fragen. Was für den einen pure Industrieromantik war, erschien dem anderen eher als Tatort geeignet. Der Ruf des gefährlichen oder zumindest ungemütlichen Pflasters haftete der Ortschaft dank einschlägiger Medienberichte und beliebter Regionalkrimi-Formate an. Das verbale Gebaren der Einheimischen ließ zudem ein kollektives Tourette-Syndrom vermuten. Hinter einem vermeintlichen Lächeln steckte oft nur die blendende Sonne, die augenkneifend den Mund mit in die Länge zog, kurz bevor sich daraus eine mehr oder weniger wohlwollende Anmerkung ihre Bahn brach. Doch plötzlich ist Chemnitz, die
         &#xD;
  &lt;i&gt;&#xD;
    
          Stadt mit C
         &#xD;
  &lt;/i&gt;&#xD;
  
         , in aller Munde und nicht nur für (Stadt-Land-)Vollpfosten von Interesse. Und nein, es wird nicht etwa gebasht, gedisst oder kritisiert. Seit Jahresbeginn überschlagen sich begeisterte Berichte über Festivals, Ausstellungen, Sportereignisse, Konzerte und sonstige Anlässe für gutgelaunte Menschenansammlungen mit kulturellem Hintergrund. Und nicht nur außerhalb ist es inzwischen
         &#xD;
  &lt;i&gt;&#xD;
    
          en vogue
         &#xD;
  &lt;/i&gt;&#xD;
  
         , den Ort und seine Möglichkeiten zu preisen. Sogar die Eingeborenen entdecken auf einmal ungewohnte Gefühle von Stolz und Vorur...äh...Wohlbefinden! Grund zur Beschwerde gab in den letzten Monaten allenfalls der neue Freizeitstress. Ständig hatte man das Gefühl, etwas zu verpassen und wegen der Touristen(!)schar musste man dann an den Attraktionen auch noch anstehen oder gar im Alltag den Schritt verlangsamen, um desorientierten, an den unmöglichsten Stellen den Weg blockierenden Zugereisten auszuweichen!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Doch woher rührt der Wandel? Was hat die Stadt geschluckt und wo gibt es diese Pille zu kaufen? Wie hat die Stadt der verwaisten Fußgängerzonen, der Lost-Places, des Kleinbürgertums und der Großblockbauweise auf einmal ihren Charme gefunden? Und gleichzeitig die Scham überwunden? Was ist aus ihren Komplexen geworden?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Das bewusstseinsverändernde Mittel heißt
         &#xD;
  &lt;i&gt;&#xD;
    
          Kulturhauptstadt
         &#xD;
  &lt;/i&gt;&#xD;
  
         und ist weder im Internet noch in Apotheken oder bei den Drogendealern im Stadthallenpark erhältlich, sondern auf Rezept bei der EU. Die Komplexe bleiben, aber nun wurde klar, dass es sich dabei nur um Garagen handelt! Und dass man Touristen wirklich alles als Sehenswürdigkeit verkaufen kann! Hier ist eigentlich nur selten etwas los, aber die boxenförmig aneinandergereihten Fahrzeugschuppen mit den quietschenden Metalltoren, die dem Schubladendenken optisch ein Denkmal setzen und der Graffiti-Szene ungewollt etwas Fläche bieten, sind in ihrer Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft sicher nicht zu unterschätzen. Fürs Auto meist zu klein, als Stauraum für allerlei Gerümpel und Vorstufe der Mülldeponie aber durchaus geeignet. Damit disqualifizieren sie sich keinesfalls als Ausstellungsobjekte, sind ähnliche Vergleiche doch auch in Kunstsammlungen der Hochkultur nicht immer gänzlich unangebracht. Nur sind die Boxen in der Regel verschlossen und die Garagenkonzerte wohl nur eine dem finanziellen Nährboden der Kulturhauptstadt zu verdankende, vergängliche Eintagsfliege.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der Besucher mag sich fragen, was das Besondere dieser Siedlung am Fuße des Erzgebirges ausmacht, die einst so frequentiert war, wie die Taiga im Winter. Etwa die Pilze im Zeisigwald? Was ist eigentlich die Kultur der Menschen hier? Haben sie eine?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nicht mal ein Schloss gibt es auf dem Schloßberg! Noch immer irren ein paar Touristen auf der Suche danach herum. Eine leere Stadt oder eine Stadt der leeren Versprechen? Eine Hochstaplerin?
         &#xD;
  &lt;i&gt;&#xD;
    
          Au contraire
         &#xD;
  &lt;/i&gt;&#xD;
  
         ! Wenn Chemnitz in einer Disziplin Meisterin ist, dann im Tiefstapeln! Chemnitz ist nicht Hochglanz, soll unser OB mal gesagt haben. Vielleicht eher Raufasertapete. Aber wen stört das jetzt noch? Wer braucht schon eine Museumsinsel, wenn er den Garagenparcours, ein Kunstfestival im Kühlturm und eine Ausstellung über die Angst – und nach Ausstellungsende immer noch die Bazillenröhre – hat? 
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wer braucht ein Schloss, wenn er in Tretboten entspannt über den gleichnamigen Teich schippern kann? Wer braucht eine Prachtmeile und schöne Fassaden, wenn er Charakter besitzt? Baracke statt Barock, lautet die Devise. Auf die inneren Werte kommt es an! Statt Glanz und Gloria findet man hier pragmatischen Schick aus grauem Beton und Wege, die eher zu Paraden als zum Schlendern einladen. Aber hat nicht gerade das industrielle Erbe und die Narben, die Krieg, sozialistischer Größenwahn sowie granitverliebte Nachwende-Stadtplaner hinterlassen haben, Alleinstellungspotenzial? Das einstige sächsische Manchester hinterließ Fabrikcharme, Jugendstil und Erfindergeist, aber auch Lücken und Brachen. Manche sagen ›Freiräume‹ dazu. Tatsächlich rußt es hier schon lange nicht mehr und es gibt genügend Platz für Neues und neues Altes. Das Schauspielhaus verfällt. Auf dem Markt da wächst ein Baum.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Im Kontrast zu Grauem und Braunem kommen die vielen Farben im Stadtleben gut zur Geltung. Ob Schornstein, sanierte Platte oder Street Art, selbst die Ruheständler tragen nicht mehr nur Beige, gehen zum Blond-Konzert und setzen sich mindestens einmal im Jahr bunte Hüte auf. Stolze Fahnen wehen in Kleingärten. Nein, liebe Freunde aus Amerika, das sind keine Slums! Das sind unsere naturnahen Zweitwohnsitze und Grillparzellen! Die blühenden Landschaften haben hier Tradition, wenn sie auch ein wenig kleinteilig sind.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Und nicht alles Graues ist grauenhaft! Wie der Nischel – mit dickem Schädel und grimmigem Blick quasi das freundliche Gesicht der Stadt. Er ist das bekannteste Wahrzeichen und bei Touristen wie Ortsansässigen als Treffpunkt, Fotomotiv oder Demo-Kulisse beliebt, egal ob sie damals nur widerwillig die Marx’schen Utopien gegen Bananen eingetauscht haben oder als Freunde des Superlativs einfach die Ausmaße seines monumentalen Schädels toll finden, nicht die seines Werkes. Das Karl-Marx-Monument, das gehört zu Chemnitz wie die Falte auf der Stirn. Selbst Westbundesländler kaufen begeistert 3-D-gedruckte Miniatur-Marx-Köpfe und bewundern DDR-Architektur ebenso wie Industrieromantik als Relikt nach der Wende zusammengebrochener Betriebe.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Chemnitz brilliert mit Understatement. Wo keine Erwartung da ist, kann sie nur noch übertroffen werden. Und das wird sie, denn die Stadt hat einiges zu bieten! In alte Fabrikbauten ist neues Leben eingezogen, es gibt ein Demokratiefestival und Apfelbäume. Wir können Basketball, feiern gern und sind für Überraschungen gut. Wir haben eine Uni, Hightech und den Schlüpfermarkt. Und die Gäste loben unsere Freundlichkeit! Man wagt kaum zu fragen, mit welchen Menschen sie sonst so verkehren.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Chemnitz ist introvertiert und doch die Wiege des deutschen Expressionismus. Neben Karl Schmidt-Rottluff und weiteren Künstlern haben viele bedeutende Menschen in der Stadt gelebt, bevor sie…weggezogen sind. Hans Carl von Carlowitz, Stefan Heym, Marianne Brandt, Frei Otto und Katharina Witt, um nur einige zu nennen. Kraftklub ist geblieben. Andere kommen wegen der günstigen Mieten hierher.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Und es tut sich was! Fuchs und Hase aus dem idyllischen Stadtpark und den nahen Wäldern verirren sich immer seltener zum Gute-Nacht-Sagen ins Zentrum. Dafür häufen sich dort die Sichtungen von jungen Menschen und Touristen! Auch nach 18 Uhr kann man Neuankömmlingen mittlerweile glaubhaft machen, sich in einer Stadt zu befinden! Und bei den Rampen im Konkordiapark handelt es sich nicht etwa um Teststrecken für Rollatoren. Nein! Hier sind tatsächlich Skater und Biker der ›Gen Now‹ am Start!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es ist ein bisschen, als würde die Siedlung mit Aufmerksamkeitsdefizit, Schilddrüsenunter- und Schildbürgerüberfunktion nach einer pubertären Phase endlich erwachsen werden. Als hätte sich das Stadtleben nach nervenzehrendem Austesten der Grenzen und schmerzlicher Identitätssuche, unter plagenden Selbstzweifeln, nach einer rebellischen Phase mit abgewetzter Jacke und Löchern in Hosen und Nase, endlich seine Freiheiten erobert und dafür Platz, Taschengeld und Anerkennung bekommen. Die
          &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Stadt mit C
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
          darf jünger, bunter, selbstwirksamer und lauter sein...darf oder durfte? Wenn jetzt der frisch erweckte Elan nicht sparpolitisch wieder abgewürgt wird, dann klappt es vielleicht auch mit der Ausbildung!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;i&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Ein Gedicht von mir zu diesem Thema findet ihr in der neuen Anthologie des
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;a href="https://www.autorenverein-chemnitz.de/"&gt;&#xD;
            &lt;font&gt;&#xD;
              
               1. Chemnitzer Autorenvereins
              &#xD;
            &lt;/font&gt;&#xD;
          &lt;/a&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             ;)!
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/i&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Kommentare und Feedback gern an:
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;a href="mailto:kontakt@veronika-ahnert.de" target="_blank"&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;i&gt;&#xD;
          
             kontakt@veronika-ahnert.de
            &#xD;
        &lt;/i&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 11 Dec 2025 14:00:50 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Frühlingserwachen (2025)</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/fruehlingserwachen-2025</link>
      <description>Das kommt dabei raus, wenn ich in einer schlaflosen Nacht über ein Frühlingsgedicht nachdenke...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/20250225_105126-003996de.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
              
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        
            Frühlingserwachen (2025)
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Das Veilchen wächst, die Wäsche weht,
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          der Rechte hetzt, der Gärtner mäht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Würde verletzt und Hass gesät.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Die Stimmung schlecht, Skepsis besteht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Der Kleine blecht und nichts versteht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Aber wer hat Recht, wer weiß wie's geht?
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Verbales Gemetzel, Respekt obsolet.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Erfolgreich, wer am lautesten kräht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Die Polemik crasht die Rationalität.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Wahlkampf in echt: ne Faktendiät!
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Söder ätzt, die Kirche er schmäht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Tadelt jetzt, was einst sein Gebet.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Weidel flext, Geschichte verdreht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Biegt sich zurecht die Realität.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Der Bertolt Brecht im Grabe sich dreht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Das Klima ächzt, wann ist es zu spät?
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Doch das erst zuletzt, ohne Priorität.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Obwohl alles vernetzt im Zusammenhang steht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Das Kapital schätzt Neoliberalität.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Seine Macht zersetzt, alles was ihm im Weg.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Dieser Frühling – kein Scherz – ein düstres Porträt.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Der Mangel schmerzt – an Solidarität.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Doch gleiches Recht vorn im Grundgesetz steht.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Für jedes Geschlecht, jede Nationalität.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Vielfalt ist nützlich, nicht nur im Beet.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Was bringt all der Terz, wann wird es konkret?
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Es braucht nur Elan, damit sich was dreht!
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Nach vorn geht’s nicht rückwärts, wer das nicht versteht?
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Doch tief in meinem Herz, die Hoffnung ihr seht,
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          dass trotz des Merz, die Brandmauer steht!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Kommentare und Feedback gern an:
           &#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;a href="mailto:kontakt@veronika-ahnert.de"&gt;&#xD;
          
             kontakt@veronika-ahnert.de
            &#xD;
        &lt;/a&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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      <pubDate>Fri, 28 Feb 2025 12:07:28 GMT</pubDate>
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      <title>Das Unwesen in Plüsch</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/das-unwesen-in-pluesch</link>
      <description>Ein Märchen für Konsumopfer (wie mich). Die Bewohner von Loch Ness fragen sich, ob es die Zweibeiner wirklich gibt und wie sie aus diesem Mythos Kapital schlagen können.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/nessie_vk.jpg" alt="Nessie-Kommerz" title="Unwesen in Plüsch for SEEle"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Das Unwesen in Plüsch
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (Ein Märchen für Konsumopfer (wie mich))
          &#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Mama, gibt es die Zweibeiner wirklich?“, fragte der Fünfjährige neugierig während er es sich in einer schlammigen Mulde am Grunde des tiefen Sees bequem machte. Erwartungsvoll riss er die Augen auf. Er war der Jüngste in der Familie und wurden von allen nur NESShäkchen genannt. Naja, von fast allen. Seine Mama rief ihn NESSIE.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Hat dir Opa mal wieder die alten Geschichten erzählt? Das sind doch nur Märchen!“, erwiderte die Mutter belustigt und strich ihm liebevoll über die Kiemen.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Aber wenn es doch stimmt? Opa NESScoban sagt, er ist mal ganz nach oben geschwommen und hat welche von ihnen gesehen. Einen am trocknen Land und einen direkt auf dem Wasser, der in einer Schale schaukelte. Der Opa hat sich so erschrocken, dass er schnell wieder abgetaucht ist und ganz vergessen hat, Fotos zu machen!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Ach NESSIE, der Opa erzählt viel, wenn der Tag lang ist. Er ist schon sehr alt, um nicht zu sagen SEEnil und wenn man so viel erlebt hat wie er, dann vermischt man irgendwann Realität mit FantaSEE. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es in der trockenen Welt überhaupt Leben gibt!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „ErNESSto“, wandte sich nun der Kleine an seinen sechzehnjährigen Bruder, „kannst du nicht mal hochschwimmen und nachschauen? Für mich? Bitte!!!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Lustlos blickte der Bruder von seinem Smartphone auf.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Was soll ich? 200 Meter nach oben schwimmen wegen so 'nem alten Mythos? Geht's noch? Am Ende gibt’s dort nicht mal freies SEE-Lan!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Enttäuscht ließ das NESShäkchen die Schultern und die Flossen am Ende seines langen Schwanzes hängen. „Ihr seid doch alle...so...so unneugierig!“, brach es vorwurfsvoll aus ihm heraus. SEENsüchtig sah es nach oben, wo das schwarze Wasser manchmal etwas heller schimmerte.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nun mischte sich der Vater ins Gespräch ein.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „SEEbylle, ich gebe dir ja recht, dass Opa manchmal wirres und SEEltsames Zeug redet“, stimmte er seiner Frau zunächst zu, „erst letztens diese Verschwörungstheorie mit der schleichenden Vergiftung der Gewässer durch überseeische Mächte!“ Er lachte mit tiefem Grunzen, wackelte bedeutungsvoll mit den Rumpfflossen und krümmte dabei seinen schuppigen Bauch. „Aber an der Sache mit den Zweibeinern scheint tatsächlich etwas dran zu sein. Onkel AALbert hat auch davon erzählt, dass sie mal einen Nullflosser im Loch Ness gefunden haben. Statt Flossen hatte der zwei Beine und zwei Arme, das war natürlich sehr unpraktisch. Er lebte nicht mehr, anscheinend hatte er Probleme mit dem Atmen im Wasser. Nur leider ist damals keiner auf die Idee gekommen, ihn zu präparieren oder auszustopfen.“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Bist du dir sicher?“, hakte seine Frau ungläubig nach.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Ja! Tante AALmut hat damals sogar eine Zeichnung von dem seltsamen Lebewesen erstellt!“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Er suchte das Bild raus.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         NESSie kam sofort angeschwommen und beugte sich darüber.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Was für ein Unwesen!“, rief es mit einer Mischung aus Abscheu und Begeisterung.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nun hob auch ErNESSto seinen Kopf und wollte es sehen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Krass!“, murmelte er anerkennend.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Es ist nicht so groß, wie ihr denkt -“, erklärte der Vater, der mit 20 Metern Länge zu den größeren Seebewohnern zählte. „Weniger als 2 Meter! Und ich würde es auch nicht als UNwesen bezeichnen. Wer gibt uns denn das Recht, uns über andere Lebewesen zu erheben und sie in Art oder Unart einzuteilen?“, gab der Vater zu bedenken.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Der Seeteufel?“, rief NESSIE ängstlich.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Egal“, warf ErNESSto ein, „ich hab schon 500 Likes! Das Bild vom UNwesen geht gerade viral!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Er hatte die Zeichnung abfotografiert und in den SEEzialen Medien geteilt.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wenn sein Vater Augenbrauen besessen hätte, hätte er jetzt mit Sicherheit eine davon angehoben. So runzelte er nur seine glatte, graue Stirn.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Wofür soll das nun schon wieder gut sein?“, fragte er.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Die Jugend ist ja nur noch im Netz unterwegs“, empörte sich auch die Mutter.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Willkommen im 21. Jahrhundert, da hängen alle mit drin! Außerdem könnten wir mit dem Zweibeiner doch ein richtig gutes Geschäft aufziehen!“, begeisterte sich der Sechzehnjährige. Sein kleiner Bruder schoss aufgeregt zappelnd um ihn herum.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Du meinst Muscheln verdienen? Richtig viele? Wie denn?“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Na das Interesse an dem 'Viech' ist derartig hoch, wenn wir ein paar Gummipuppen oder Plüschtiere davon produzieren, wird das garantiert ein Verkaufsschlager“, schlug der große Bruder vor.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Bei meiner SEEle! Ist das nicht ein wenig respektlos, wenn nicht sogar Betrug?“, wandte seine Mutter ein, „Immerhin liegt die letzte Sichtung eines Zweibeiners mehr als dreißig Jahre zurück! Wer sollte so dumm sein, dafür seine Muscheln auszugeben!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Wir müssen das nur richtig aufziehen! Die Leute SEEnen sich doch nach Mythen und Verschwörungstheorien. Sie wollen nicht wissen, sie wollen es glauben. 'SEA the UnSEAn'! Am besten, das Ganze ist auch noch ein bisschen schaurig! Wir bauen einfach ein komplettes MÄRCHENdising auf, mit Stofftieren, Schlüsselanhängern, Gummimännchen in verschiedenen Farben, Fotos und Büchern mit spannenden Geschichten! Alles zum zweibeinigen Unwesen vom Land! Dann kommt auch mehr Kundschaft in deinen Laden!“, argumentierte der Teenager weiter.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Fotos? Wo willst du die denn hernehmen?“, wollte der Vater wissen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Die generiert DALL-SEA nach dem Vorbild der Zeichnung, den Rest schmücken wir halt ein bisschen aus!“, erklärte ErNESSto, „Deep fake im deep lake sozusagen!“.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Ach hört doch auf, da wird es doch dem Hecht schlecht!“, zweifelte die Mutter erneut an der Sinnhaftigkeit des Unterfangens. „Und als nächstes füllst du dann Wasser ab und verkaufst es in Flaschen?“, ergänzte sie mit einem Hauch von Sarkasmus.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Gar keine üble Idee!“, erwiderte ihr Sohn beifällig. Die Mutter verdrehte die Augen, klatschte sich empört eine Flosse an die Stirn und sagte lieber nichts mehr. Der BusiNESS-Zusatzkurs in der Schule war ihm wohl zu Kopf gestiegen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Wenn wir mit den Stofftieren erst ein paar Muscheln verdient haben, dann kaufen wir ein Stück vom See und lassen es ins Seegrundbuch eintragen. Gleichzeitig sichern wir uns die Schlürfrechte und werden sandreich!“, sinnierte der Jugendliche und fläzte sich süffisant aufs Steinsofa. „Wir bringen das Wasser dorthin, wo es nicht so kühl und erfrischend ist. Oder wir ändern die Farbe und machen Bläschen rein! Und wenn uns der See erst ganz gehört, dann müssen ALLE, die davon trinken wollen, bei uns kaufen!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Erschrocken blickte SEEbylle ihren Sohn an. War es nicht klar, dass das Lebenselixier, wie sie das Wasser auch ehrfurchtsvoll nannten, für alle da war und niemandem gehörte? Nicht gekauft und nicht verkauft werden konnte? So etwas Absurdes war einfach keiNESSwegs denkbar.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der Vater fragte seinen Sohn nur verschmitzt: „Und, hast du auch schon eine Idee, wie wir unser Unternehmen nennen sollen?“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         ErNESSto, der gerade begonnen hatte, ein paar Zahlen in eine Kalkulation einzugeben, blickte auf, überlegte kurz und meinte dann: „Wie wäre es mit... NESStle?“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;i&gt;&#xD;
    
          Kommentare und Feedback gern an
          &#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;a href="mailto:kontakt@veronika-ahnert.de" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            kontakt@veronika-ahnert.de
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 17 Jul 2024 16:51:52 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Leise rieselt die Demokratie</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/leise-rieselt-die-demokratie</link>
      <description>Nichts märchenhaftes gibt es zu berichten. Der Taumel zwischen Leit- und Leidbild, Parlamentarismus und Populismus, nimmt in der Sturmflut der Polemik schwindelerregende Formen an. Und welche Rolle spielt nochmal die Berufswahl? Eure Kinderbuchautorin</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
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  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Leise rieselt die Demokratie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (Ein Text zur
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jahres
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zeit)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war einmal ein Land, das pries sich für seine parlamentarische Demokratie, für seine Grundrechte, seine Freiheiten, seine Gerechtigkeit. Ein Land des gegenseitigen Respekts und der Toleranz, der christlichen Werte, der Aufklärung und des Humanismus. Der Chancengleichheit und des Wohlstands. Des Erfolges und der Solidarität. Ok, sorry. Das war jetzt zu dick aufgetragen. Aber Märchen dürfen von einer perfekten Welt träumen, oder nicht?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Realitätscheck fällt leider ernüchternd aus. Es ist dabei nicht einmal nötig, auf die äußeren und extremen Ränder des politischen Spektrums zu schauen. In einer Zeit, in der sich eine Partei aus der Mitte, die seit ihrer ersten Gründung vor 78 Jahren das „C“ in ihrem Namen trägt, dazu aufrafft, sich im Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm zu einem – Achtung: Spoileralarm! – christlichen Menschenbild zu bekennen!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In einer Zeit, in der sich führende Parteifunktionäre nicht scheuen, Werte eines deutschen Leitbildes wie Respekt und Toleranz sowie der Achtung der Grund- und Menschenrechte von allen Bürgern einzufordern, ohne sich der Konsequenzen für das eigene Handeln bewusst zu sein. Das Leitbild, dass sich im politischen Alltag in ein Leidbild verkehrt. In so einer Zeit haben es die Träume schwer. Wenn sie zu utopisch anmuten, nimmt sie keiner mehr Ernst, sie verkommen zu bloßer Spinnerei.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch die selbst propagierten Kulturhüter der „C“-Partei vergessen beim bloßen Anblick von Bürgern im wahlfähigen Alter, Parteigenossen oder Pressevertreterinnen ihre eigenen Ideale und scheuen nicht davor zurück, in die schmutzige Kiste der schwarzen Rhetorik zu greifen. Mangels überzeugender sachlicher Argumente, eigener Konzeptlosigkeit oder auch einfach aus Bequemlichkeit gilt es, den politischen Gegner persönlich anzugreifen, – in der Fachsprache mit argumentum ad hominem bezeichnet - und die Position des Gegners ohne echte Diskussion in der öffentlichen Meinung in Misskredit zu bringen – argumentum ad populum. Eine simple manipulative Technik für die es nur ein wenig Skrupellosigkeit und Mangel an Respekt bedarf. Fakten werden verzerrt, weggelassen oder durch krude Falschinformationen und fiktive Drohszenarien ersetzt. An dieser Stelle ist Fantasie durchaus gefragt und geschätzt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die billige Stimmungsmache und das bereitwillige Surfen auf den von Seitenwinden verursachten Strömungen und Wellen ist kein Privileg der rechten oder linken Opposition. Die Sintflut der Polemik hat längst die politische Debatte der Mitte erreicht. So wird aus dem amtierenden Wirtschaftsminister, studierten Germanist, Philosoph und promovierten Literaturwissenschaftler ein Kinderbuchautor. Eine drastische Verkürzung, die dazu dient, eine scheinbare Inkompetenz für seine politischen Aufgaben abzuleiten. Eine neue Welle der Empörung ergießt sich über das Land und wird auch gern vom in Dresden residierenden Kuchenfreund aus Görlitz und dem Funkamateur mit der hohen Stirn, seines Zeichens gar Bundesvorsitzender der „C“-Partei, aufgegriffen und in abfälliger Art und Weise betont.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kein Mensch sieht sich nunmehr noch genötigt, mit dem tatsächlichen Treiben des Politikers auseinanderzusetzen, wenn ihm doch von vornherein die Eignung abzusprechen ist. Aber kann man wirklich anhand des gelernten Berufes oder einem Miniausschnitt der Vita auf die Kompetenz eines Berufspolitikers schließen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schaut man sich um, entdeckt man wenige Ökonomen und Volkswirtschaftlerinnen in der obersten Riege der Regierung. Selbst das Finanzministerium wird von einem Politikwissenschaftler besetzt, oder sollte ich besser sagen von einem Porschefahrer?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Juristen und Rechtsanwälte sind seit Jahren als dominante Berufsgruppe im Bundestag vertreten. Aber sind diese wirklich besser geeignet als ein Kinderbuchautor? Ein Mensch, der sich auf Perspektiven anderer Lebenswelten einlässt, der eine große Vorstellungskraft besitzt und Empathie vermitteln kann? Vor allem jemand, der die Welt aus den Augen von Kindern betrachtet.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist das wirklich schädlich für ein Ressort, das enorme Anstrengungen zur Gewinnung von Mehrheiten für eine zukunftsweisende Transformation des Landes aufbringen muss? Das Visionen entwickeln muss im Gegensatz zu einem simplen „weiter so“? Hätten mehr Menschen wie Antoine de Saint-Exupéry, Erich Kästner, Astrid Lindgren und J.R.R. Tolkien in verantwortungsvollen Positionen der Welt nicht gut getan? Ist ein Kinderbuchautor wirklich per se für Politik weniger geeignet als ein Jurist, der es gelernt hat, für jede Situation sowohl belastende als auch entlastende Würdigungen zu verfassen, je nachdem für welchen Mandanten er gerade arbeitet? Beziehungsweise je nachdem, welches Ziel der Mandant gerade verfolgt? Dem Verfassungsprobleme im Umgang mit der Schuldenbremse erst auffallen, wenn er nicht mehr mitregieren darf (Stichwort Flüchtlingsrücklage Wolfgang Schäuble). Das Zweierlei-Maß sollte er immer einstecken haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dem Kinderbuchautor ist eher das Happy-End für den Protagonisten wichtig. Die formale Korrektheit mag bei einem überzeugenden Plot in den Hintergrund geraten. Aber dafür gibt es ja die Lektoren. Auch die Minister und Ministerinnen agieren weder isoliert, noch verfassen sie ihre Konzepte allein. Mehr als 2.000 Menschen arbeiten zum Beispiel für das Bundeswirtschaftsministerium. Für brisante Themen werden zusätzlich Expertengremien einberufen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Lässt man sich auf diese verkürzte Betrachtung ein, sind wahrscheinlich beide Gilden – das Autoren- und das Juristentum– nicht die Besten. Verkäufer, Marketingexpertinnen oder gar Psychologen könnten die öffentliche Wahrnehmung ihrer Politik vermutlich erfolgreicher lenken. Selber Stimmungswellen erzeugen, die ihre Strategien den Bürgern näher bringen, für Zustimmung sorgen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Oder was ist mit Lehrern? Ach neh, die akzeptieren ja keine Widerrede. Außerdem dient das derzeit in der thüringischen Politik aktive Beispiel eindeutig der Abschreckung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann eher eine Raubtierdompteurin. Die könnte sich besser in der Manege der gierigen Lobbys, feindseligen Oppositionellen und sogenannter Parteifreunde behaupten. Und schon sind wir beim Drahtseilartisten...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber wie wäre es zur Abwechslung mal mit Personen, die nicht nur mutige Konzepte sondern auch Humor haben, zu Selbstreflexion und -ironie in der Lage sind und dafür sogar noch verehrt werden? Kabarettisten, Humoristinnen und sonstige Vertreter der satirischen Zunft? Olaf Schubert, Carolin Kebekus und Marc-Uwe Kling for President!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber letztlich handelt es sich bei allen – dem Kinderbuchautor, dem Kuchenliebhaber, dem Funkamateur, der Trampolinspringerin und ja, auch bei dem Influencer und selbsterklärtem Trekkie aus Bayern – um gewählte Abgeordnete und Spitzenkandidaten über deren berufliche und hobbymäßige Eignung sich jede Wählerin und jeder Wähler gern im Vorfeld der Wahl ein Bild machen darf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tatsächlich kann ich keinem der oben genannten Biografie-Schnipsel etwas Negatives abgewinnen. Außer vielleicht dem Porsche-Fahrer. Aber im Ernst, wo wären wir ohne Kinderbuchautoren, Kuchen und Trekkies?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Kommt es dann in solchen Spitzenpositionen nicht viel mehr auf Charisma, Rhetorik und Überzeugungskraft an? Und natürlich eine konsequente, glaubwürdige, innere Haltung?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Charakterstärke ist eine menschliche Kategorie, die kein Beruf für sich gepachtet hat. Und letztlich ist Erfolg doch immer eine Frage der Teamarbeit. Wenn die funktioniert, können wir bis zum Mond fliegen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn nicht... Die Stelle des Sündenbockes war nicht lange vakant. Dank der fleißigen Mitarbeit von Opposition, Lobbys und Social Media wurde ein neues Feindbild kreiert, das mit einem Schlag Bill Gates die Verantwortung für alles Übel auf der Welt abgenommen hat. Und das ganz ohne Übergabe. Willkommen in der populistischen Demokratie!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Selbst der Fliegenmann aus dem Bundesministerium für Gesundheit bekommt im Windschatten des Green-Bashings nur noch wenig vom öffentlichen Shitstorm ab. Aber warum muss ausgerechnet das Metier des „Kinderbuchautoren“ zum neuen Synonym des teuflischen Treibens werden? Warum nicht der „Bärenjäger“ aus Moskau?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich werde es nie verstehen und überlege, wie es wohl in einem Land mit sachlicher Kritik aussähe. Ja...viel komplizierter, unverständlicher, anstrengender, langweiliger und respektvoller. Könnte das am Ende gar auf den Umgang im allgemeinen Miteinander abfärben? Aber wer schwimmt schon gern gegen den Strom? Den Strom, der die Grundpfeiler der Demokratie umspült und aushöhlt und den Weg für die bereitet, die auf diese Pfeiler gar keinen Wert legen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bleibt die Frage, wie so eine Horde polemischer Verbalschläger mit nicht kalibrierten Maßstäben zu sachlich abgewogenen Lösungen für die Herausforderungen der Zeit kommen soll. An dieser Stelle fehlt mir die Fantasie. Aber ich bin ja auch nur eine Kinderbuchautorin.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kommentare und Feedback gern an
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="mailto:kontakt@veronika-ahnert.de" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           kontakt@veronika-ahnert.de
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 22 Dec 2023 11:02:57 GMT</pubDate>
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      <title>Das Sommerloch im Eisberg</title>
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&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;b&gt;&#xD;
    
          Das Sommerloch im Eisberg
         &#xD;
  &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wer am heutigen Sommertage den Weg zum Stausee fand, dem bot sich ein gar seltsames Bild. Die Spitze des kolossalen Eisberges – der schwimmenden, makroplastischen Attraktion des kommunalen Freibadbetriebes für kletterfreudige und springmutige Badegäste – war in sich zusammengesackt und die Überreste des Ungetüms bekamen dadurch in der nachmittäglichen Hitze schon fast einen realen Anschein. Die Luft war teilweise raus, übrig blieb ein unförmiger, übergroßer weiß-grauer Sack – der Anblick war entsprechend jämmerlich. Rot-weiße Absperrbänder weisen das Objekt nunmehr als Verbotszone aus.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Schon die Kassiererin am Einlass informierte vorsorglich: „Der Eisberg schmilzt.“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Mangels offizieller Informationen trieben daraufhin die ersten Spekulationen unter den auf dem frisch gemähten Rasen verweilenden Gästen der Seeanstalt ihre Blüten.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Sollte es sich hierbei um eine neue Protestaktion von Umweltaktivisten handeln? Nach dem Motto 'Einen Eisberg auf Mineralölbasis nur zu Vergnügungszwecken künstlich herzustellen und mit den dabei produzierten Emissionen zum Klimawandel und in Folge zur Eisschmelze also der Vernichtung seines natürlichen Vorbildes beizutragen, ist krank!'? Aber kein Transparent ist zu sehen und niemand scheint am schwimmenden Riesenwackelpudding festzukleben. Oder ist das Ganze etwa der dezente Versuch von 'woken' Zeitgenossen, einen Fall von kultureller Aneignung zu verhindern? Ein Eisberg hat schließlich in hiesigen Breiten nichts verloren, außer vielleicht in der frühzeitlichen Ausstellung des Naturkundemuseums. Wie würden sich wohl die ohnehin durch Lebensraumverknappung gestressten Eisbären aus der Arktis bei diesem Anblick fühlen? An die hat mal wieder keiner gedacht!
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Aber beide Gruppierungen würden ihre Aktionen wohl kaum so lange geheim halten. Das Rätselraten geht weiter.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Stand nicht neulich was in der Zeitung von diesem Kunstprojekt, ähm, 'Begehungen', oder hieß es doch 'Beschwimmungen'? Handelt es sich etwa um eine Life-Performance einer avantgardistischen Künstlergruppe zur Versinnbildlichung der Folgen des Klimawandels?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Beim Badpersonal gibt man sich ahnungslos, es hätten sich keine Künstler gemeldet, man geht eher von Materialverschleiß in Verbindung mit unkontrollierter Wettereinwirkung aus, d. h. von höherer Gewalt. Der zufällig anwesende Kunstexperte Eberhard W. aus C. hält gerade diese Erklärung für den Beweis, dass es sich hier „um eine neue bemerkenswerte Dimension von zeitgenössischer Kunst handelt, die die darstellerische Kraft des scheinbar zufälligen Zusammenspiels zwischen dem Werk und der existenziellen Gewalt der natürlichen Elemente orchestriert, wobei der Künstler oder die Künstlerin durch seine oder ihre gewählte Anonymität, die Aufmerksamkeit gezielt  auf die aus der Unerklärlichkeit entspringende Radikalität der Installation lenkt und in metaphysischer Weise ihre Expressivität ins Dramatische steigert. An symbolischer Strahlkraft nicht mehr zu überbieten. Einfach phänomenal!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Die Generaldirektion der städtischen Kunstsammlungen kann bis zum Redaktionsschluss nicht beantworten, wer die Performance kuratiert hat. Sollte es ein Angebot für eine Ausstellung dieses Ausnahmewerkes geben, werde man dieses prüfen. Geeignete Flächen wären zum Beispiel auf dem Theaterplatz, aber auch, je nach der vom Künstler gewünschten politischen Relevanz, auf dem Dach des Kaufhauses im Stadtzentrum oder einem Parkdeck denkbar. Zur Not könnte auch wieder der Schlossteich als Freiluftgalerie für experimentellen Schrott – Verzeihung – Kunst herhalten.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Die Leitung des Freibades verweist bei den nun zunehmenden Presseanfragen nur genervt auf die immensen Reparaturkosten. Der Begriff Haushaltsloch bekommt durch den defekten Eisberg eine neue Bedeutung für die ohnehin finanziell angespannte Situation der Stadt.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Das lokale Tagesblatt „Morgen wird’s auch nicht besser“ überlegt, eine Titelstory über den ominösen „Stecher vom Stausee“ (Herkunft und Alter leider noch unbekannt, er trug aber vermutlich eine blaue Hose und ein schwarzes Shirt und hatte eventuell einen Bart) herauszubringen. Hierfür könnte man zwar keine Fakten bieten, aber die mit der bloßen Vermutung zu erreichenden Klicks und Verkaufszahlen würden die kleine Interpretation der Realität schon rechtfertigen. Ein Eisbergloch zur Stopfung des Sommerlochs kommt doch wie gerufen!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Die Biologin Birne äh Birte Borken-K. gibt Entwarnung: „Aufgrund der Größe der Plastik besteht für die hiesige Flora und Fauna keine unmittelbare Gefahr. Ein Übergang der Materialien in die Nahrungskette von Seebewohnern wie der Stauseebrasse durch z. B. Verschlucken ist im Gegensatz zu Mikroplastik nahezu ausgeschlossen. Ein weit größeres Verschmutzungsrisiko für das Biotop stellen die Badegäste selbst mit ihren Einträgen toxischer Mischungen aus Sonnencreme, Kosmetika und Schweiß dar. Falls hier also jemals ein lebender Fisch gefunden wird, würde ich dringend vom Verzehr abraten. Der ist mindestens so krebserregend wie die Currywurst am Imbiss.“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Doch was sagen die nicht so kunst- oder ökologiebewanderten Besucher des Bades, die zufälligen Betrachter der rätselhaften Skulptur?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Geronimo D., 11 Jahre: „Or nöh!!! Echt blöd! Ich will klettern!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Joy-Esprit D., 6 Jahre: „Mama, mir ist langweilig!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Enrico D., 38 Jahre: „Das kann doch wohl nicht wahr sein! Vierzehn Euro Eintritt und dann funktioniert der Eisberg nicht! Nicht mal das kriegt der Staat geregelt! So 'ne Schweinerei! Da muss ein neuer Sch...Eisberg her!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Diana N.-D., 36 Jahre: „Jetzt reg dich nicht schon wieder auf Schatz, Eisberge sind doch zur Zeit nicht so leicht verfügbar, sagen sie doch in den Nachrichten!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Enrico D., 38 Jahre: „Verdammte Sanktionen! Ich hab's dir gleich gesagt, am Ende müssen immer wir hier bluten!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Diana N.-D., 36 Jahre: „Ruhig Enriggo! Außerdem seid ihr das letzte Mal doch auch nicht raufgeklettert.“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Geronimo D., 11 Jahre: „Dieses Mal wollt ich aber! Ischwör!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Diana N.-D., 36 Jahre: „Wie wär's mit 'nem Eis?“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Geronimo D., 11 Jahre: „Neh, ich will 'ne Currywurst! Mit exra viel Pommes!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Eberhard W., ohne Altersangabe: „Extra. Nicht exra.“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Geronimo D., 11 Jahre: „Was laberst du denn Opa? Stirb lieber! Ist besser für die Rentenkasse!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Diana N.-D., 36 Jahre: „Nicht vor dem Schwimmen!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Joy-Esprit D., 6 Jahre: „MIR IST langweilig!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Geronimo D., 11 Jahre: „Ich geh doch in diesem Opferbad nicht schwimmen, wo die noch nich mal nen richtigen Eisberg haben! W-Lan is auch nich! Wann krieg ich endlich meine Currywurst?“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Enrico D., 38 Jahre: „Da hätten wir auch gleich zu Hause bleiben können, da können die Kinder wenigstens fernsehen!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Diana N.-D., 36 Jahre: „Schatz, jetzt stell dich doch schon mal an. Vielleicht kriegen wir hier wenigstens was zu essen. Nicht das die Wurst dann auch noch aus ist!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Marianne S., 62 Jahre: „Entschuldigung, ich stehe hier auch an!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Enrico D., 38 Jahre: „Bei Ihrer Figur sollten Sie sich das nochmal überlegen!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Marianne S., 62 Jahre: „Wie bitte? Also was fällt Ihnen ein! Harald?“ Und auf den demolierten Eisberg angesprochen: „Der stört mich nicht. Ich lieg' immer dort ganz hinten, mit dem Harald, unter den Bäumen, da seh' ich den kaum ohne Brille. Früher gab es das hier sowieso nicht! Da haben die Kinder noch Federball gespielt.“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Harald S., 67 Jahre: „Ich finde, das Ding sieht hässlich aus. Wenn er schon kaputt ist, sollte man ihn aus dem Blickfeld schaffen. Wer schaut sich schon gern alte Dinge an, die quasi dem Untergang geweiht sind!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Marianne S., 62 Jahre, betrachtet ihren Gatten und verkneift sich einen Kommentar.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Man könnte ihn doch ausstopfen!“, ruft die Imbissverkäuferin dazwischen. Marianne S. verzieht erschrocken das Gesicht, bis ihr klar wird, dass der Eisberg gemeint war.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ein an der naturwissenschaftlichen Fakultät der hiesigen Universität eingeschriebener Student, der nicht namentlich genannt werden will und auch sein Alter nicht preisgibt, meint im Vorübergehen: „Vielleicht sollten wir uns an ein Leben ohne Eisberge gewöhnen. Und ohne Currywhh“, will er ergänzen, als seine Freundin ihn schnell von der Schlange am Imbiss wegzieht, bevor die Lage eskaliert.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Geronimo D., 11 Jahre: „CURRYWURST!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Joy-Esprit D., 6 Jahre: „LAAANGWEILIG!!!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Harald S., 67 Jahre: „Hässlich!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der Kämmerer der Stadt: „Teuer!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Eberhard W., ohne Altersangabe: „Exravagant!“
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Deutschland. Ein Sommermärchen?
        &#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 21 Aug 2023 09:46:06 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>STOPP (t den Alltag)!</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/stopp-t-den-alltag</link>
      <description>Deutschland streikt. Auf unterschiedliche Weise. Ein Vergleich zwischen dem Streik der Gewerkschaften und der Klimakleber, um die extrem verschiedenen Reaktionen zu verstehen. Spoiler-Alarm: es gelingt nicht...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           STOPP
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          (t den Alltag)
          &#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           !
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn gar nichts mehr hilft und jegliche Vernunft oder Bemühung um Verbesserung versagt, dann hilft nur noch eins: der STREIK. Das kennen wir ja schon von unserem Magen. Zuviel ist einfach zu viel.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In unserem Land sind wir gerade mit zwei verschiedenen Streiksituationen auf gesellschaftlicher Ebene konfrontiert. Wir sind unterschiedlich persönlich davon betroffen, bilden uns aber unausweichlich eine Meinung bzw. ein Urteil* und finden ein entsprechendes Echo auch in den diversen Medienkanälen. Da die Urteile hier in völlig gegensätzliche Richtungen laufen, will ich der Sache mal auf den Grund gehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fall 1:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          27.03.2023 – Deutschland streikt. Nein, wird bestreikt. Verdi und die Bahngewerkschaft EVG haben ihre Mitglieder zu einem 24-stündigen Arbeitskampf aufgefordert. Weite Teile des öffentlichen Verkehrs liegen still. Hiervon sind bundesweit Millionen von Berufspendlern, Reisende sowie der Güterverkehr betroffen. Erst kürzlich führte Verdi Warnstreiks im öffentlichen Dienst durch. Kindergärten blieben geschlossen, Busse und Bahnen in den Depots. Viele wussten nicht, wie sie zur Arbeit oder zur Schule kommen sollten oder mussten mehr Zeit für ihre Wege einplanen Die Beschäftigten, die sich am Streik beteiligen, versammeln sich bei Kundgebungen und gehen am nächsten Tag wieder ganz normal arbeiten. Die Streiks sind jedes Mal angekündigt. Sie führen dennoch zu Einschränkungen und Problemen für zahlreiche Menschen, die nicht auf Homeoffice oder Auto und private Kinderbetreuung zurückgreifen können. Nicht selten müssen Urlaubstage hierfür eingesetzt werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fall 2:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          Ein paar Tage zurück. 20.03.2023 – Klimaaktivisten streiken in Dresden. Kleben sich an einer Straße fest. Der Polizeieinsatz zur Beseitigung dauert ca. 15 Minuten plus Anfahrt. Es handelt sich um eine lokal begrenzte Einschränkung des Straßenverkehrs, d.h. mit einer Auswirkung auf ein paar hundert Menschen über einen relativ kurzen Zeitraum. Die Aktivisten werden von der Polizei festgenommen und bekommen Strafen wegen Nötigung und Verstoß gegen das Versammlungsrecht. Derartige Störaktionen finden alle paar Tage an jeweils unterschiedlichen Orten ohne Ankündigung bzw. Vorwarnung statt und führen zu temporären Staus.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Betrachtet man die Auswirkungen des Streiks sind sie in ihrer Art für den einzelnen Betroffenen in beiden Fällen ähnlich. Sie führen dazu, dass die Mobilität eingeschränkt wird, der Alltag umorganisiert werden muss, Zeit verloren geht und wichtige Termine nicht wahrgenommen werden können. Blickt man auf die Summe der Einschränkungen hochgerechnet auf alle jeweils Betroffenen, dürfte diese im Fall 1 – mit seiner bundesweiten Ausdehnung über 24 Stunden – ein Vielfaches höher sein als bei allen Aktionen zu Fall 2 in diesem Jahr zusammengenommen.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Reaktionen der Allgemeinheit sowie der von den Einschränkungen betroffenen Personen sind jedoch diametral. Im Fall 1 werden durchaus Verständnis und Sympathien geäußert, höchstens mal die Schultern gezuckt. Im Fall 2 bewegen sich die Reaktionen von Unverständnis über Empörung bis hin zu Wut und sogar Hass. Die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ werden von manchen als Extremisten oder sogar Klimaterroristen bezeichnet. Zahlreiche Medien unterstützen diese Wut-Rhetorik und heizen damit die Stimmung gegen die Protestierenden an. Autofahrer riskieren in ihrer Verärgerung sogar Verletzungen der streikenden Aktivisten, indem sie über ihre Füße fahren oder drohen, sie gar zu überfahren.**
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber wo sind die Unterschiede?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Erstens. Im Fall 1 handelt es sich um ein verfassungsmäßiges Streikrecht. Zumindest wird dies von der Rechtsprechung aus Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes für den Bereich der „Arbeitskämpfe“ abgeleitet, denn ausdrücklich formuliert oder beschrieben ist es dort nicht. Beim Fall 2 handelt es sich um einen politischen Streik, ein Recht darauf ist in der Verfassung nicht vorgesehen. Ein Recht auf Streiks für die Zukunft schon gleich gar nicht. Dafür kann man demonstrieren gehen. In der Freizeit. Mit vorheriger Anmeldung. Könnten das die Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmer nicht auch? Aber dann tut es nicht so weh. Eben!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Für uns ist entscheidend, den Druck zu erzeugen, um die Maßnahmen umzusetzen.“, meint Jakob Beyer*** und könnte mit dieser Aussage mühelos beiden Streiks zugeordnet werden. Er ist Aktivist der Gruppe „Letzte Generation“. Darüber hinaus unterstützte die Klimabewegung „Fridays for Future“ den Streik von Verdi und EVG und zeigte sich mit eigenen Aktionen und Beteiligung an den Kundgebungen am 27.03.2023 solidarisch. Spätestens hier merkt man die politische Dimension des Warnstreiks der Gewerkschaften im Bereich des Öffentliches Dienstes sowie der staatseigenen Unternehmen. Von einer verfehlten Politik ist die Rede, was einer gewissen Ironie nicht entbehrt, sollen doch auch die hohen Entgeltgruppen der Bundesverwaltung profitieren, die als Teil der Exekutive wesentlichen Einfluss auf den Erfolg des staatlichen Handelns haben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Zweiter Unterschied: Im Fall 1 kämpfen die Streikenden für persönliche, um nicht zu sagen egoistische, Ziele, wie bessere Vergütung oder bessere Arbeitsbedingungen. Das ist angesichts der Preissteigerungen vor allem für die unteren Gehaltsgruppen verständlich. Sie tun dies übrigens regelmäßig, Tarifrunden gibt es im öffentlichen Dienst und auch in anderen Branchen ca. alle 2 Jahre. Für die aktuellen Forderungen von Verdi und der EVG wird gerade mal eine Laufzeit von einem Jahr angeboten, d.h. der nächste Streik wird praktisch gleich mitgeplant. Ist das auch legitim? Schließlich geht es hier um den
          &#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Kaufkraftverlust
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          von ein paar Millionen Menschen in Deutschland. Nachvollziehbar. Ein Unterschied zwischen niedrigen und höheren Gehaltsgruppen bis hin zu Richtern wird dabei nicht gemacht. Schultern dürfen das im Endeffekt wieder alle, bei der nächsten Anhebung der Ticketpreise im ÖPNV oder der Erhöhung der Abgaben und Gebühren für kommunale Einrichtungen, wenn nicht sogar durch Steuererhöhungen. Solidarisch? Eher nicht. Am Ende zahlen vor allem die Menschen mehr, die vom Streik am meisten betroffen sind. Ironie des Schicksals. Schon wieder. Auch bekannt als das „linke Tasche-rechte Tasche-Prinzip“.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Fall 2 kämpfen Einzelne für den
          &#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Erhalt der Lebensgrundlagen
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          aller. Punkt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich fasse zusammen. Den Äußerungen in den Medien ist zu entnehmen, dass ein Streik, der bundesweit 24 Stunden lang massive Einschränkungen für viele Millionen Menschen mit sich bringt und der sich im Wesentlichen um die Interessen der Streikenden selbst dreht, deutlich mehr Verständnis bekommt, als die lokal und zeitlich begrenzten Streiks der Klimaaktivisten, die sich für die Zukunft unserer Kinder und bessere Lebensbedingungen für uns alle einsetzen und dafür sogar Strafen in Kauf nehmen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich sage es wie Herr Mon aus den Sams-Geschichten von Paul Maar: Muss man das verstehen? Nein, das muss man nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Armes Deutschland.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          P.S. Der hier vorgenommene Vergleich bezieht sich ausschließlich auf die Aktionen der Klimaaktivisten zum Sperren von Straßen. Dieses Mittel ist zwar nicht „heilig“, erzielt aber eine ähnliche Wirkung wie ein Streik, wenn auch nur, wie oben erläutert, in viel geringerem Ausmaß. Andere Proteste, die Sachbeschädigung oder Angriffe auf die FDGO**** zum Inhalt haben, kann ich nicht akzeptieren. Diese schaden leider der Glaubwürdigkeit und der aufgeschlossenen Wahrnehmung der Anliegen der Aktivisten und sind damit ein Teil der Erklärung zum oben gefundenen Dissens in den gesellschaftlichen Reaktionen. Der andere Teil der Erklärung liegt aber wohl leider an der Tatsache, dass vielen Menschen die Geldbörse näher am Herzen liegt, als die zukünftigen Lebensbedingungen ihrer Kinder. Meinungen gerne an kontakt@veronika-ahnert.de.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          *Urteil ist hier vielleicht das treffendere Wort, von Meinung kann man erst sprechen, wenn sich jemand vorab die Mühe gemacht hat, sich sowohl mit den Pro- als auch den Kontra-Argumenten zu einem Sachverhalt auseinanderzusetzen und sich gründlich in verschiedenen Quellen darüber zu informieren
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          **Sogar wenn Jugendliche, wie neulich in Chemnitz, nur bei grüner Ampel mit ihren Plakaten über die Kreuzung laufen (Jana Peters: „Jugendliche demonstrieren in Chemnitz für Verkehrswende - und werden mehrmals fast überfahren“ (03.03.2023) in:
          &#xD;
    &lt;a href="https://www.freiepresse.de/chemnitz/jugendliche-demonstrieren-in-chemnitz-fuer-verkehrswende-und-werden-mehrmals-fast-ueberfahren-artikel12745741"&gt;&#xD;
      
           https://www.freiepresse.de/chemnitz/jugendliche-demonstrieren-in-chemnitz-fuer-verkehrswende-und-werden-mehrmals-fast-ueberfahren-artikel12745741
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
          (Stand: 28.03.2023)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ***FOCUS online: „Achtung, Autofahrer! Klima-Kleber wollen heute Deutschland „zum Stillstand bringen““ (03.02.2023) in:
          &#xD;
    &lt;a href="https://www.focus.de/politik/ankuendigung-der-letzten-generation-2023-wird-unser-widerstand-groesser-als-je-zuvor_id_184544847.html"&gt;&#xD;
      
           https://www.focus.de/politik/ankuendigung-der-letzten-generation-2023-wird-unser-widerstand-groesser-als-je-zuvor_id_184544847.html
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
          (Stand 28.03.2023)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ****FDGO – freiheitlich demokratische Grundordnung (nach Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes sind dies die Menschenwürde, das Demokratieprinzip und die Rechtsstaatlichkeit)
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 28 Mar 2023 20:58:34 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Ohne Worte</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/ohne-worte</link>
      <description>Mein kleiner Beitrag zur Lesung des 1. Chemnitzer Autorenvereins im Rahmen der interkulturellen Wochen. Zwei Erlebnisse aus diesem Sommer bewegten mich zu diesem Plädoyer für Neugier, interkulturelle Verständigung und Sprachkurse...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/England1_people_vk.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           (geschrieben für die Lesung des
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.autorenverein-chemnitz.de/" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            1. Chemnitzer Autorenvereins
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           am 28.09.2022 im Rahmen der interkulturellen Wochen)
           &#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ohne Worte
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Worte. So wichtig für die Verständigung.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Verständigung. So wichtig für das gegenseitige Verständnis.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Verständnis. So wichtig für das friedliche Zusammenleben der Menschen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wir begegnen uns das erste Mal, sind uns fremd. Ich möchte etwas sagen, aber du sprichst nicht meine Sprache. Und ich nicht die deine. Mir fehlen die Worte. Das Nötigste erledigt die Übersetzungs-App aber die erst notwendige Eingabe und die maschinell gesprochene Ausgabe bilden eine störende Barriere und vermögen ein echtes Gespräch nicht zu ersetzen. So vieles bleibt daher unausgesprochen. Wir können uns gedanklich nicht näherkommen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Es bleiben die Blicke, die Gesten. Das gekochte Essen. Ich zeige Dankbarkeit und bemühe mich, meine Portion zu schaffen, obwohl ich schon vorher etwas gegessen hatte. Es gab ein Missverständnis. Ich halte den Daumen hoch und lächle – die Köchin freut sich, dass es mir schmeckt. Ein Königreich für einen Sprachkurs! Zurzeit sind keine Plätze frei.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wie anders ergeht es mir im Sommer in England. Die Sprache dort ist ein Heimspiel für mich, auch wenn ich lange weg war, lassen sich immer mehr Ausdrücke aus den Gemächern meines Gedächtnisses hervorlocken und freuen sich mit mir über jede gelungene Verständigung. Wir diskutieren über Politik, sind nicht immer einer Meinung, finden aber schnell wieder zusammen, als wir Witze über die Marotten unserer Männer machen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Lachen. Verbindet fast immer. Nimmt den Druck weg. Signalisiert, dass man in Frieden kommt. An der Sympathie des anderen interessiert ist. Dass Fehler nicht schlimm sind. Wer Humor zeigt, hat den Mut, Schwächen aufzudecken, auch die eigenen. Faszinierend, welche Ähnlichkeiten wir entdecken.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Fragen. Wenn mich die Worte nicht verlassen, stelle ich Fragen. Freue mich, wenn ich auch gefragt werde. Das Interesse am anderen, an seiner oder ihrer Meinung, an den Gründen dafür, zeigt Respekt und schafft unerwartete Einblicke. Ich sehe manches in neuem Licht. Die englische Grammatik bietet automatisch Raum für Dialog, da den eigenen Behauptungen meist „question tags“ wie „isn‘t it?“ oder „doesn‘t it?“ angehängt werden. Das heißt so viel wie „nicht wahr?“. Man bittet damit um Bestätigung und zeigt sich offen für Gegenargumente. Natürlich sind die meisten Engländer zu höflich, um die Bestätigung zu verweigern, aber das Gespräch fühlt sich nach Austausch an. Wir tauschen Gedanken, Perspektiven. Bauen Brücken.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Täglich lerne ich neue Wörter hinzu. Beim Übersetzen der Speisekarte lerne ich, dass „rocket“ nicht nur Rakete, sondern auch Rucola heißt. Der Song „Rocket Man“ von Elton John bekommt auf einmal eine ganz andere Bedeutung für mich. Und manch Politiker scheint den Begriff „party“ auch nicht nur mit „Partei“ zu übersetzen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Es macht Spaß, so über den Tellerrand zu gucken und festzustellen, dass manches auch andersrum funktioniert, wie z. B. der Linksverkehr und dass viele Probleme wie Klimawandel und Energiewende uns alle ähnlich betreffen und beschäftigen. Das Bewusstsein und die Wertschätzung für einige Dinge werden geschärft. Nirgendwo schmeckt das Trinkwasser so gut wie (noch) bei uns zu Hause.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein Glück für den, der reisen kann. Richtig reisen, nicht nur in die Abgrenzungen eines Hotels, quasi ohne den eigenen Teller, bzw. die Untertasse, beim Reisen zu verlassen. Eigene Erlebnisse stehen oft im Widerspruch zu Klischees, welche über die Medien verbreitet werden. Reisen – der Schlüssel zu mehr Verständnis? Wiederum leben in der eigenen Stadt mittlerweile Menschen aus über 50 verschiedenen Ländern, theoretisch wäre es also sehr leicht, gemeinsam auf dem Tellerrand spazieren zu gehen.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jetzt braucht es nur noch die Worte. Nicht wahr?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Hi! Wenn dir mein Text gefallen hat und du gern informiert werden willst, wenn es was Neues von meinem Block gibt, sende mir eine Nachricht an
           &#xD;
      &lt;a href="mailto:kontakt@veronika-ahnert.de" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            kontakt@veronika-ahnert.de
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           und ich nehme dich in den E-Mail-Verteiler auf (natürlich in Blind-Copy und jederzeit stoppbar!).
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 01 Oct 2022 12:41:10 GMT</pubDate>
      <author>82a214b9-7681-477d-a025-19be09ad540f (Veronika Ahnert)</author>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Die Physik des Ärgerns</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/die-physik-des-aergerns</link>
      <description>Ich betrachte Konfliktlösungsstrategien am praktischen Beispiel und stelle verblüffende Zusammenhänge zu physikalischen und psychologischen Wechselwirkungen fest.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/Laser_vk.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Letzte Nacht hatte ich Probleme einzuschlafen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nicht aber, weil mir der Krieg oder andere Schrecken und Ärgernisse unserer Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf das Schicksal der Menschheit durch den Kopf gingen, sondern weil im Haus gegenüber eine Party wütete und die Bässe der Musik mit einer Kraft durch die Straße wummerten, die jedem Clubbetreiber Respekt abverlangt hätte und die schallmindernde Wirkung eines geschlossenen Fensters bis zur Witzlosigkeit minimierte.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der in mein Schlafzimmer dringende Krach kollidierte diametral mit meinem dringenden Bedürfnis nach Schlaf, gepaart mit der Sorge, ob das Kind nebenan auch wach wird und im Ergebnis meinen Einsatz zur Beruhigung, Ablenkung oder was auch immer fordert, welcher zusätzlich das Eintreten des Schlafzustandes meiner Person bis auf Weiteres verhindern würde.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Mein Hirn startete den Problemlösungssuchmechanismus. In ein anderes Zimmer umziehen? Zu spät, alle in Frage kommenden Schlafplätze waren schon besetzt und die Situation erschien mir nicht schlimm genug, um dafür eine Nacht auf dem Fußboden zu verbringen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Die Polizei rufen? Warum denn immer gleich die Polizei rufen? Bringen wir nicht den Kindern schon im Kindergarten bei, dass sie, wenn es ein Problem gibt, erst mal versuchen sollen, dieses direkt untereinander zu klären?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Also müsste ich theoretisch rüber gehen und klingeln. Ein Brüller über die Straße wäre schließlich kaum durch die Lärmkulisse gedrungen, sondern hätte wohl eher den Aufweckprozess des Kindes nebenan beschleunigt.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Die lähmende Wirkung meiner Müdigkeit verhinderte zunächst jegliche Entschlusskraft oder Reaktion, die ein Aufstehen zur Folge gehabt hätte.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ich lauschte der Musik. Eigentlich gar nicht so verkehrt. 90er-Jahre-Hits – 2Unlimited, Dr. Alban, meine Zeit. Wie gern würde ich auch mal wieder in einen Club gehen, die halbe Nacht durchtanzen oder abhotten, wie wir anno dazumal sagten. Wenn ich nur nicht so müde wäre...
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wenn ich nur nicht so müde wäre und vielleicht ein bisschen mutiger, würde ich gleich wie ich bin - also im Schlafanzug - rüber gehen, klingeln und fragen, ob entweder die Musik leiser gestellt wird oder ob ich bei der Party mitmachen kann.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         An dieser Stelle berechnete allerdings mein persönlicher Risikoeinschätzungsmechanismus eine signifikante Wahrscheinlichkeit, dass der Hausherr der Party seinerseits zum Hörer greifen und die Polizei über den Aufgriff einer offensichtlich verwirrten Psychopathin informieren würde.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Und wenn ich nur höflich um etwas mehr Ruhe bitte? In die Berechnung fließt einerseits der Aufwand zum Aufstehen, Anziehen (um etwas seriöser zu wirken) und Zurücklegen des Weges zum anderen Haus ein, für das Gespräch mit ungewissem Ausgang sowie die Überlegung, wie wahrscheinlich es eigentlich ist, dass jemand der mitten in einem Wohngebiet auf die Idee kommt, nach Mitternacht die ganze Straße mit seiner extra aufgetunten Sound-Anlage zu beschallen, Wert auf die diesbezügliche Meinung seiner Nachbarn legt.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Aber sollte er diese Chance, seine Menschlichkeit und Fähigkeit zur Rücksichtnahme zu beweisen, nicht erst bekommen, bevor man die Polizei ruft?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ich bin definitiv zu müde! Kann nicht jemand anderes einschreiten?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Aber habe ich vielleicht nicht so gar Verständnis für die Situation? Ist ja nun nicht jede Woche so laut. Und dass mal jemand ein dringendes Bedürfnis nach Spaß, Geselligkeit und lauter Musik verspürt, um der in Chemnitz oft so gelobten „Friedhofsruhe“ zu entfliehen, kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Ist dieses Bedürfnis nicht genauso legitim wie meins nach Schlaf?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wer entscheidet eigentlich, ob mein Bedürfnis wichtiger ist, als das des anderen?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Sind nicht am Ende beide gleich wichtig? Je nachdem aus welcher Perspektive man sie betrachtet?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Müssen Bedürfnisse denn immer zum Kompromiss gegeneinander aufgewogen und bis zur Unkenntlichkeit zurecht gestutzt werden? Hängt wahrscheinlich von den Opfern ab, die dafür zu erbringen sind. Aber schränke ich den Nachbarn mit meinem Bedürfnis nach Ruhe nicht genauso ein, wie er mich mit seinem Bedürfnis nach lauter Musik? Einfach mal aushalten?
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ich lausche der Musik. Der Beat wird schneller. Ich versuche in Gedanken mitzutanzen. Selbst das ist mir aber gerade zu anstrengend...
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Irgendwann wache ich auf. Es ist hell, die Sonne scheint, alles ist ruhig bis auf ein bisschen Biolärm, d.h. Vogelgezwitscher. Das Problem hat sich von selbst gelöst. Irgendwie bin ich dann wohl doch eingeschlafen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Kann es nicht immer so sein, dass sich die Probleme einfach ohne Konfrontation erledigen? Offensichtlich funktioniert es, wenn Entspannung, um nicht zu sagen Erschöpfung, ins Spiel kommt. Auch der Partyhengst scheint irgendwann müde geworden zu sein.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Mein Sohn hat von alldem nichts mitbekommen. Als ich ihm am Morgen von der nächtlichen Schallkulisse und den „immer schneller werdenden Frequenzen“ berichte, belehrt er mich, dass dies schon rein physikalisch unsinnig sei, da die Frequenz eine Eigenschaft einer Welle ist und höchstens steigen oder fallen kann aber nicht schneller werden kann, es sei denn, man würde die Welle werfen. Ein Ausflug in die Teilchenphysik zum Frühstück. Warum nicht.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Teilchen prallen aufeinander. Teilchen stoßen sich voneinander ab. Teilchen bewegen sich in Wellen. Ohne Energie bewegen sie sich gar nicht. Die Welt der Physik scheint geordnet, kann die Kräfte und Wirkungen berechnen. Teilchen würden sich ohne Energie nicht zerstören. Bekommen wir das nicht auch hin? Der Schlüssel scheint in der Verteilung der Energie zu liegen, was mich zur Formulierung des folgenden physikalpsychologischen Axiomes verleitet: Je mehr Energie in sinnvolle, im besten Fall spaßbringende Aktivitäten geleitet wird, umso weniger Energie steht fürs Ärgern oder gar Streiten zur Verfügung.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ohne Zugeständnisse wird es im Zusammenleben von Menschen wohl nicht gehen. In gelassenem Zustand fallen uns diese aber deutlich leichter...
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Hi! Wenn dir mein Text gefallen hat und du gern informiert werden willst, wenn es was Neues von meinem Block gibt, sende mir eine Nachricht an
           &#xD;
      &lt;a href="mailto:kontakt@veronika-ahnert.de"&gt;&#xD;
        
            kontakt@veronika-ahnert.de
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           und ich nehme dich in den E-Mail-Verteiler auf (natürlich in Blind-Copy und jederzeit stoppbar!).
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 01 May 2022 19:57:12 GMT</pubDate>
      <author>82a214b9-7681-477d-a025-19be09ad540f (Veronika Ahnert)</author>
      <guid>https://www.veronika-ahnert.de/die-physik-des-aergerns</guid>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Into Darkness</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/into-darkness</link>
      <description>Ich versuche, den von Putin in den letzten Tagen ausgelösten Schockzustand zu verarbeiten. Ich sehe dunkle Zeiten auf uns alle zukommen und habe keine Lösung aber wenigstens ein Gedicht parat.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/Voldemort_vk_Ausschnitt.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Ok, das mit der Abwechslung durch die Ukraine-Krise nehme ich zurück (siehe Blockbucheintrag vom 14.02.2022). Aber vergangene Woche hätte ich mir beim besten Willen nicht die Ereignisse dieser Woche vorstellen können. In Diskussionen habe ich noch versucht, Verständnis für die Sichtweise Putins zu zeigen. Das war naiv. In gewisser Weise waren wir das wohl alle – naiv im Kollektiv. Vereint im Glauben an gewisse Spielregeln in der Diplomatie, an Grundsätze des Völkerrechts und an die Glaubwürdigkeit von Staatspräsidenten, selbst wenn es sich um Autokraten handelt. Wenn ich das jetzt so schreibe, kommt es mir selber blöd vor...
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der nahtlose Übergang von Forderungen Russlands nach Sicherheitsgarantien hin zu einem Angriffskrieg auf die Ukraine war nach bisherigen politischen Maßstäben nicht vorherseh- oder vorstellbar. Putin scheint angesichts seines bevorstehenden 70. Geburtstages unter Zeitdruck. Als sich die Gegenseite nicht ausreichend provozieren ließ, um ihm einen noch so an den kaum noch wachsenden Haaren herbeigezogenen Vorwand für einen Gegenschlag zu liefern, legte er einfach los. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sein Vorgehen von langer Hand geplant und vorbereitet war und kaum eine Reaktion der Ukraine, des Westens oder der Nato dies noch hätte aufhalten können. Die Inszenierung ließ gerade noch Raum für den Abschluss der olympischen Spiele im verbündeten China, dann war die Bühne frei für Putin. Ein Narzisst gefangen zwischen Größen- und Verfolgungswahn, der scheinbar unbedingt als großer russischer Eroberer in die Geschichte eingehen will.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wieso gelingt es gerade psychisch gestörten Egomanen immer wieder in solche Machtpositionen zu gelangen? Warum finden sie so viel Unterstützung, warum hält sie keiner auf, bevor es zu spät ist? Ihre Kompromisslosigkeit und klare Haltung macht sie wohl zu starken Führungspersönlichkeiten, ihre Skrupellosigkeit erzeugt Unterwürfigkeit. Kritiker werden gnadenlos ausgemerzt. Kennen wir, hatten wir hier leider auch schon.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der Welt wäre ein bisschen mehr hanseatische Sachlichkeit und Verlässlichkeit à la Olaf Scholz zu wünschen. Lieber bei den Nachrichten gelangweilt einschlafen als im realen Albtraum zu erwachen!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Gerade glaubten wir, den schlimmsten Teil der Pandemie überstanden zu haben und uns auf unbeschwertere Zeiten freuen zu können, da spuckt uns Wladimir allen in die Suppe. Und gegen kriegslustige Despoten hilft leider keine Impfung. Dagegen kommen mir die Sorgen der Pandemie schon wieder lächerlich vor.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wo ist James Bond, wenn man ihn braucht? Was wie Fiktion in einem Blockbuster anmutet, ist leider traurige Realität. Da hilft kein Superagent, kein Harry Potter, kein Obi-Wan und auch nicht Wonder Woman gegen diese dunkle Macht. Vielleicht eine Spritze Strychnin oder Nowitschok intravenös verabreicht? Nein, auch diesem Aggressor sei ein fairer Prozess vor dem internationalen Strafgerichtshof gegönnt, bei dem dann seine geistige Unzurechnungsfähigkeit attestiert werden kann, die wohl zu verminderter Schuldfähigkeit führen dürfte.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ein Eingreifen von außen ist angesichts der nuklearen Drohkulisse zu riskant. Bleibt nur, zu hoffen, dass es noch mutige und vernünftige Menschen im Umfeld von Putin gibt, die sich diesem Wahnsinn aktiv entgegenstellen und Schlimmeres verhindern. Wollen wir nicht alle, dass unsere Kinder in Sicherheit aufwachsen? Dass eine friedliche Welt auf sie wartet? Was sollen wir ihnen sagen? Wer kann Putin stoppen?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;b&gt;&#xD;
    
          Das Dilemma der Macht
         &#xD;
  &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         von Veronika Ahnert
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Soldaten legt die Waffen nieder!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Seht ihr nicht, ihr schießt auf eure Brüder!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Hört auf euer Herz und den Verstand,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         habt ihr denn noch nicht erkannt?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der Krieg erzeugt nur Leid und Not,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         das Blut klebt an euch bis in den Tod.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Legt die Waffen aus den Händen,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         dann könnt ihr euer Schicksal wenden.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Was würden die Mütter und Kinder sagen?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Würde Herr Putin sie je fragen?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nein, denn sie sind ihm völlig egal,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         aber hier und jetzt habt ihr die Wahl:
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wem wollt ihr folgen, dem Hass und den Lügen?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ihr werdet euch um euer Glück betrügen!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ihr könnt nicht anders, ihr müsst euch fügen?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Seid so gedrillt und selbst wenn gewillt,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         müsst ihr tun, was die Offiziere sagen,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         etwas anderes dürft ihr gar nicht wagen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Offiziere, drum ist es eure Pflicht,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         stellt die Angriffe ein, was - ihr wagt es nicht?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ihr folgt den Befehlen von den Generälen,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         das nützt euch später nichts vor Gericht!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nicht Ruhm sondern Schuld werdet ihr vererben.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Mein Gott, wie viele Menschen sollen noch sterben?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nun Generäle, dann kommt's auf euch an,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         ihr kommt am besten an den Präsidenten ran.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Vergesst nicht, ihr dient dem Volk eures Landes
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         und nicht einem Diktator bar klaren Verstandes.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Drum macht euch bitte schnell Gedanken
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         und weist den Zaren in seine Schranken.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Seid versichert, die ganze Welt wird es euch danken!
        &#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 27 Feb 2022 21:30:02 GMT</pubDate>
      <author>82a214b9-7681-477d-a025-19be09ad540f (Veronika Ahnert)</author>
      <guid>https://www.veronika-ahnert.de/into-darkness</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Escape from reality</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/escape-from-reality</link>
      <description>Auf der Suche nach Glücksmomenten im Alltagsgrau. Ein Plädoyer für die echte, nicht-digitale Welt.
Und der dringliche Wunsch an alle Betreiber von Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten durchzuhalten, da zu bleiben!</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/Escape+from+reality.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Wir haben uns fast schon daran gewöhnt. Schnöde Pflichterfüllung. Tag für Tag. Tagein, tagaus. Kaum Abwechslung nicht mal im Fernsehprogramm. Man freut sich schon fast über die Ukraine-Krise. Wenigstens mal keine Spritzen in Oberarme von älteren Menschen oder Kindern. Eine Weile tat mir der Oberarm schon vorm Einschalten der Tagesschau weh. Ob die Medien glauben, dass man allein dadurch immun werden kann, dass man jeden Abend anderen beim Impfen zuschaut? Oder gibt es auch für die Nachrichten eine Impfquote, die es zu erfüllen gilt? Unter drei gespritzten Oberarmen je Sendung ging lange Zeit nichts...
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Brav und vernünftig ertragen wir alle Einschränkungen, die mit der Situation einhergehen, verzichten auf Vergnügen und Kontakte in der realen Welt. Verlagern unser Sein in die Welt der Arbeit und des Netzes. Sind mehr online als an der frischen Luft. Wen stört's, lange Zeit war es draußen eh nur grau in grau und zwischenmenschliche Kontakte enden ohnehin meist im Austausch von Frust und Beschwerden, wenn nicht gar in haarigen Diskussionen. Bad vibrations everywhere.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wo bleibt der Ausgleich, das Ventil, die Inspiration, die Abwechslung, der Austausch, die Leichtigkeit? Woher soll die Kraft kommen, die Motivation, der Elan? Der Begriff Vorfreude wird wohl demnächst mangels Anwendungsfall aus dem Duden gestrichen! „Battery low“ könnte man sagen, wenn man ein technisches Gerät wäre.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es ist ja nicht so, dass wir es nicht versucht hätten. Na das Beste daraus zu machen. Sich nicht hängen zu lassen. Workout mit Youtube, Chorprobe mit Zoom, Zumba via MS Teams, Yoga mit Katze. Alles im Wohnzimmer oder wo auch immer in der Wohnung ein Eckchen Platz und Duldung durch die Familie zu finden war... Die Meinung der Nachbarn konnte allerdings nicht noch extra eingeholt werden und ich frage mich, ob der Architekt unseres mehrgeschossigen Wohnhauses bei der Berechnung der Statik wohl den Sprungteil der Zumba-Choreografie vor Augen hatte. Ich halte mich also lieber zurück und mache das Ganze im Sinne des nachbarschaftlichen Friedens und mit Blick auf bröckelnden Putz und bröckelndes Verständnis nur selten mit.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Chor sucht wahrscheinlich immer noch nach der Harmonie. Gibt es eigentlich schon Algorithmen, die den Grad der Verstimmung innerhalb einer Gruppe optisch sichtbar machen können? Außerhalb der „sozialen“ Medien, meine ich. Dort scheinen sich ohnehin eher die schiefen Töne zu verstärken.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Wie auch immer, die Dynamik will sich digital so oder so nicht richtig übertragen. Und wo bleibt da...wie hieß das Wort nochmal...achja – der Spaß???
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Seit drei Wochen darf zumindest ein Teil von uns wieder in die Tanzschule. Sie ist wieder auf und es konnte auch eine Trainerin für unseren Zumba-Kurs reaktiviert werden. Es geht los mit Erwärmung. Die Musik wird aufgedreht, wir kommen in Schwung, bewegen uns synchron zu lateinamerikanischen Rhythmen, Pop und Hip-Hop. Tanzen, springen - ohne Sorge vor Statikproblemen, genervten Nachbarn oder dem Spott der Familie. Wir lassen uns von der Energie der Trainerin anstecken, shaken, boxen, jumpen, lachen und drehen uns mit ausgestreckten Armen im Kreis - an dieser Stelle passt der „Move“ gerade besonders gut zum „Groove“ - und auf einmal: Da ist es! Aus den Tiefen meiner Seele kommt es hervor - das Glücksgefühl!!! Es ist wieder da! Ich will definitiv mehr davon! Und auch das, was man als Paradoxon „der Energiegewinnung aus dem Nichts“ bezeichnen kann: Aus der Erschöpfung nach dem Kurs ziehe ich umso mehr Energie für alles andere. Fühle mich lockerer, mutiger, lebendiger. Wenn das keine Anerkennung als nachhaltige Energiequelle findet, dann: Adieu mon ami!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Also danke, liebe Tanzschulen, dass ihr nicht aufgegeben habt, dass ihr noch da seid, dass ihr trotz aller Schwierigkeiten weiter macht! Die Welt braucht solche Orte des Loslassens - egal ob Tanz- oder Musikschule, Fitnessstudio, Theater, Kabarett, Karaokebar und natürlich auch Sportveranstaltungen, Partys und Konzerte!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie schlimm muss es sich vor allem für die Jugend anfühlen, so ein lange Zeit nicht mehr in die Clubs oder zu Konzerten gehen zu können? Musik in einer Lautstärke und Intensität zu erleben, dass man sich ihrer Wirkung gar nicht mehr entziehen kann. Diese Stimmung gemeinsam mit vielen anderen zu feiern, sich davon durch die Nacht tragen zu lassen. Den Alltagsfrust einfach mal auszublenden.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Kann man eigentlich vergessen, was man empfindet, wenn man selbst etwas Tolles erlebt im Gegensatz dazu, nur anderen dabei im Netz zuzusehen? Vielleicht nicht, wenn man diese Erfahrung schon machen konnte. Aber zwei Jahre Stillstand ist eine verdammt lange Zeit, gerade in der aufregendsten Phase des Lebens.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und nein, es geht nicht um Vergnügungssucht, es geht um einen ganz normalen Ausgleich zur täglichen Pflichterfüllung und nicht zuletzt um die Mobilisierung frischer Energie für neue Aufgaben und Herausforderungen. Und um echte, weil ganz analoge, zwischenmenschliche Begegnungsmöglichkeiten in lockerer Atmosphäre.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mit mehr Entspannung kann vielleicht auch der ein oder andere Graben der Gesellschaft wieder leichter überwunden werden, Aggression abgebaut werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         An alle Betreiber von Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten - für euch bin ich mir nicht zu schade, die Backstreet-Boys - SORRY -, ich meinte natürlich die anderen Boys: Take That,
         &#xD;
  &lt;b&gt;&#xD;
  &lt;/b&gt;&#xD;
  
         zu zitieren: We want you back for good!!!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          An alle Musikfreunde mit unterdrückten Glücksgefühlen - es ist nicht verboten, im Auto die Musik laut aufzudrehen und lauthals mitzusingen! Versucht mal Bohemian Rhapsody von Queen – eine Offenbarung!!!
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Look up to the skies and see...
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;i&gt;&#xD;
    
          Hi, wenn dir/Ihnen mein „Block“ gefallen hat, schick/schicken Sie mir doch ein kurzes „bitte mehr“ oder auch gern ein anderes Feedback an meine E-Mail-Adresse: kontakt@veronika-ahnert.de.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Den nächsten „Block“ gibt es erst, wenn ich mindestens eine Rückmeldung bekommen habe...
         &#xD;
  &lt;/i&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 14 Feb 2022 17:02:49 GMT</pubDate>
      <author>82a214b9-7681-477d-a025-19be09ad540f (Veronika Ahnert)</author>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Es werde Licht</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/es-werde-licht</link>
      <description>Erleuchtung durch Beleuchtung? Ein Versuch, der Sehnsucht der Menschen (oder zumindest der Sachsen), nach dem Licht auf den Grund zu gehen...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/Sterne_vk-9bb8e383.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Als Gott sprach, „Es werde Licht!“, ob er wohl das Spektakel vor Augen hatte, was sich alljährlich in der Vor-, Während- und Nachweihnachtszeit in deutschen und vor allem sächsischen Landen an Fenstern, Hauswänden und in den Vorgärten abspielt?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Beim ersten Anzeichen der Dämmerung erfolgt straßen-, ortschafts- ja gar landstrichweit eine Erleuchtung unabhängig jeglicher Konfession der Beleuchter, um nicht der Illuminati zu sagen, sodass es Jesus vermutlich eine wahre Freude gewesen wäre, dies zu beobachten.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Selbst streng unreligiöse Stromkabelbesitzer machen gerne bei diesem Lichtspiel mit, vereint im Glauben an die Wirkung des Lichts und … der Unerheblichkeit der Energieverschwendung.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wer kann schon verleugnen, dass ein beleuchtetes Fenster in dunkler Winternacht, die zur Zeit durchaus noch kalt ausfallen kann, für Leben und Gemütlichkeit steht. Dort wo ein Licht brennt, lockt Geselligkeit, Wärme, Speis und Trank. Da gibt es Strom für den Fernseher und für das Smartphone-Ladegerät!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         In Zeiten der zeit- und ferngesteuerten Beleuchtung kann sich das allerdings schnell als Trugschluss herausstellen und man kann froh sein, dass in hiesiger Gegend nur selten einsame Wanderer auf Hilfe von Fremden angewiesen sind.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Doch wenn gar keiner zu Hause ist, warum wird trotzdem geleuchtet? Will man überhaupt Fremde damit anlocken und einen Platz am Herd anbieten oder geht es um ganz was anderes?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Unternimmt man eine Lichterfahrt durchs Erzgebirge, kann man noch die weihnachtliche Romantik des Brauchtums spüren, Zusammengehörigkeit, Tradition, Gastfreundschaft und Werbung für das eigene Kunsthandwerk. Ja, im Winter kann das Erzgebirge glänzen... und das nicht nur bei den Inzidenzen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Doch abseits der Touristenrouten scheinen sich aus unerfindlichen Gründen wesentlich eindringlichere, wenn nicht gar aufdringliche Werbemethoden durchzusetzen. Da reicht nicht ein Schwibbogen und ein Stern je Fenster. Nein! Da passen mindestens zwei Lichterbögen hin, ein Stern ganz oben, in der Mitte zusätzlich zwei leuchtende Fensterbilder und ringsherum eine Lichterkette samt Blink-, wenn nicht gar Farbwechselmechanismus. Wenn man diesem Schauspiel mehr als eine Minute aus näherer Entfernung zusieht, wird man entweder hypnotisiert oder hochgradig aggressiv. Die Stimmung der Wohnungsinsassen mag man sich gar nicht vorstellen. Soll es vielleicht ein Signal an Einbrecher sein? 'Wir geben gerne Geld für Technik aus, hier gibt es nicht nur tolle Leuchtketten sondern auch einen Mega-Flachbild-Fernseher! Kommt einfach wieder, wenn nichts mehr leuchtet, dann schlafen wir nämlich gerade.'  Oder zielt die grelle Lichtshow eher darauf ab, die Nachbarn vom Haus gegenüber zu ärgern?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Dieses Bild, was im Kleinen vielleicht noch zu ertragen wäre, potenziert sich an sechs bis elf-geschossigen Plattenbauten bis in den optischen Wahnsinn. Leider scheinen sich die Mieter untereinander nicht auf ein gemeinsames Beleuchtungskonzept einigen zu können oder zu wollen und heraus kommt ein kunterbunter Lichtsalat, wenn nicht gar Lichtverschmutzung! Ein Zeichen für ein kollektives, illuminiertes ADHS-Syndrom?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Aber auch in gepflegten Eigenheimsiedlungen ist man vor ungewollter Erleuchtung nicht mehr sicher. Der Wettbewerbsgedanke scheint auch hier den Groll über gestiegene Strompreise völlig zu verdrängen und jeder noch so kleine Halm am Strauch hat ein Lämpchen einer Lichterkette zu tragen, welche dem Außenstern sowie diversen Leuchtfiguren aus dem Tier- oder Weihnachtslandreich Gesellschaft leisten. Ist der Umfang der Weihnachtsbeleuchtung etwa zum Statussymbol geworden? Wer hat den größten...Außenschwibbogen, das ist hier die Frage!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Je kleiner die Siedlung, umso größer scheint dabei der Drang, mit seiner eigenen Lichtshow ein Zeichen setzen zu wollen. Wechselnde Bilder werden an Hauswände projiziert, ganze Hauskanten mit Lichtern nach amerikanischem Vorbild versehen, sodass der Coca-Cola-Truck sein Ziel nicht verfehlen kann, sollte es ihn je hierher verschlagen! Aber was ist die Botschaft?
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ein Fremder würde bei diesem Anblick sicher denken, dass ihn Gastfreundschaft und großer Wohlstand erwarten...
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Vielleicht soll dieses Signal noch viel weiter ausgesendet werden – an außerirdische Lebensformen etwa! Wer braucht schon teure NASA-Projekte um Kontakt zu Bewohnern fremder Planeten zu knüpfen, wenn er das Erzgebirge samt Umland hat! Auch hier wird klar vermittelt: 'Kommt her, auf unserem Planeten gibt es noch genug Ressourcen, um Energie zu erzeugen!'
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Oder ist der ganze Beleuchtungs-Hype doch nur dem dringlichen Wunsch nach einer heilen, sorgenfreien Welt geschuldet und soll über unbequeme Realitäten hinweghelfen?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Tja, allein durch Stimmung hat sich leider noch nie was geändert. Aber, war da nicht auch noch was mit Besinnung? Frohes Fest!
        &#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 31 Dec 2021 15:12:28 GMT</pubDate>
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      <title>Die Straßenbahnfahrt</title>
      <link>https://www.veronika-ahnert.de/die-strassenbahnfahrt</link>
      <description>humoristischer Blick auf die Herausforderungen im Alltag mit Corona am Beispiel einer Straßenbahnfahrt mit Maske</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/3af67431c5564ef0bb42a805d47a2a3a/dms3rep/multi/Herbst_vk-863b16a7.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Wie lautet der sächsische Fachbegriff für handwerkliche Präzisionsarbeit? Richtig –
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Friemeln! Unter Anwendung von höchstem feinmotorischen Geschick und
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         unglaublichen Kunsthandfertigkeiten wird z. B. im Erzgebirge formvollendeter und
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         detailverliebter Weihnachtsschmuck hergestellt.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Aber ich kann Ihnen sagen, das ist nichts gegen die Herausforderung, die sich einem
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         im Coronawinter bei der Benutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs ereilt!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der Stress beginnt, wenn sich die Straßenbahn der Haltestelle nähert, an der man im
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         besten Falle schon bereitsteht und die wichtigsten Utensilien griffbereit hält.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Zunächst gilt es, die Gummis der FFP2-Maske fachgerecht über die Ohren zu stülpen,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         ohne die Bügel der Brille zu verschieben und danach die Position von Haaren und
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Mütze wieder zu korrigieren, sodass ein sowohl unter ästhetischen als auch unter
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         funktionalen Gesichtspunkten ordentliches Gesamtbild entsteht. Beim Betreten der
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Bahn sollte dieser Vorgang bereits abgeschlossen sein, denn nun ist alle Konzentration
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         dafür gefordert, mit beschlagender Brille einen Sitzplatz einzunehmen, ohne sich
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         unbeabsichtigt auf den Schoß einer fremden Person zu setzen und dadurch sämtliche
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Abstands- sowie Anstandsregeln zu torpedieren.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Geschafft? Glückwunsch! Kurz durchatmen, soweit mit Maske möglich.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Das nächste Ziel lautet, die Kopfhörer oder auch Earpods samt Verkabelung auf- bzw.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         einzusetzen, ohne den Sitz von Maske, Brille, Frisur und Mütze nachhaltig in
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Mitleidenschaft zu ziehen und das möglichst vor Erreichen der Zielhaltestelle, um noch
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         während der Fahrt ein wenig Musik hören zu können. Natürlich hat man dies vor
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Eintreffen der Bahn an der Haltestelle noch nicht geschafft, was entsprechend
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         effektiver gewesen wäre.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Die Kunst hierbei besteht darin, den Ohrstöpsel unter die Gummis der Maske zu
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         friemeln, damit man die Hörer beim Absetzen der Maske nicht gleich wieder hinaus
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         zerrt. Also Mütze etwas hoch, Haare nach hinten streichen, Gummi vom linken Ohr
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         vorsichtig abstreifen – nur soweit, dass die Maske nicht verrutscht und man die
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         strafenden Blicke der Mitreisenden spürt, ja spürt, die Brille ist ja immer noch
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         beschlagen – linker Ohrhörer rein, Mist Brille verrutscht, zurechtrücken, Gummiband
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         wieder drüberstülpen, Haare drüber, Mütze runter. Dasselbe nun nochmal auf der
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         rechten Seite. Halt! Der linke Stöpsel ist schon wieder rausgerutscht. Wiederholung
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         der Prozedur auf der linken Seite! Eile ist geboten. Nur noch eine Haltestelle bis zum
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ziel. Rechter Gummi runter, Brille verrutscht – egal, Stöpsel rein, Gummi, Haare,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Mütze drüber! Die Funktion der Ohren als Haltebolzen überwiegt mittlerweile die der
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         akustischen Signalwahrnehmung, was würde man nur ohne sie tun! Musik an!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Geschafft?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wenn da nicht auf einmal was unter der Nase kitzeln würde! Ein Gefühl von Panik
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         macht sich breit. Die Nase läuft! Brille immer noch beschlagen. Taschentücher in der
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Handtasche finden. Mütze hoch, Haare zur Seite, Gummi ab, vorsichtig einen Spalt
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         zwischen Maske und Gesicht freigeben, Nase trocken tupfen, Ohrhörer zurechtrücken,
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Gummi wieder ran, Mütze runter, Frisur völlig egal. Brille verrutscht aber langsam
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         wieder frei. Haltestelle vorbei!
        &#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 29 Dec 2021 18:42:40 GMT</pubDate>
      <author>82a214b9-7681-477d-a025-19be09ad540f (Veronika Ahnert)</author>
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